Motto der Druckausgabe

«Der Beste und Liebste ist mir heute noch ein
gesunder Bauer, grob, listig, hartnäckig, langhaltig:
das ist heute die vornehmste Art.»
Nietzsche: «Zarathustra», vierter Teil, Gespräch mit den Königen.

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Paul Schoeck (1882–1952), der älteste Sohn des Basler Landschaftsmalers Alfred Schoeck und der Brunner Hotelierstochter Agathe Fassbind, ist in Brunnen geboren und aufgewachsen; nach dem Architekturstudium an der ETH Zürich und Studienaufenthalten in Florenz, Rom und München kehrte er nach Brunnen zurück, wo nach seinen Entwürfen zahlreiche Landhäuser und öffentliche Bauten entstanden. Allerdings war ihm schon in Italien klar geworden, dass seine eigentliche Berufung das Schreiben war, und er hatte dort auch bereits sein erstes Versdrama, «Maria von Magdala», vollendet. Der «Tell» in Schwyzer Mundart nimmt unter seinen sonst schriftsprachlichen Stücken eine Sonderstellung ein und hängt eng mit Schoecks Volks- und Dialekterfahrungen in den langen Militärdienstzeiten des Ersten Weltkriegs zusammen. Zwei zeitkritische Stücke aus dieser Epoche («Der Kaiserpokal» und «Der Arzt ihrer Narrheit») sind verschollen; nach dem «Tell» schrieb Schoeck, immer noch unter dem Eindruck des Krieges, das (ungedruckte) «Inselmärchen», das er selbst eine «Shakespearliade» nannte. Das Drama «Niklaus von Flüe», das ihn während der folgenden Jahrzehnte nicht losliess, ist nie fertig geworden.

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